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… ging es im Zweikampf zwischen Dr. Wolfgang Grünstäudl und Oliver Prestel zu. Die beiden Kontrahenten bereiteten sich auf die neue Saison durch ein DZW-gewertetes Duell vor. Wer zuerst 5 Punkte erreichte, hatte den Zweikampf gewonnen. Die beiden schenkten sich dabei nichts. Am Besten stellt dies die 5. Partie unter Beweis.

Grünstäudl-Prestel

Dr. Grünstäudl – O. Prestel (am Zug)
Zweikampf
27.9.2017

In der gezeigten Stellung hatte Wolfgang Grünstäudl gerade mit 22. Lb4 eine Mattdrohung aufgestellt. Wie sind die Aussichten für Weiß (Schwarz am Zug) ?

 

Lösung: Schwarz zog hier 22. … Tf7?, was zwar das sofortige Matt verhinderte, aber dem Weißen in die Hände spielte (es folgte 23. exf7+ Kxf7 24. Sf3 Ke8 25. Se5 und Schwarz gab auf). Oliver Prestel übersah dabei den alles rettenden Zug 22. … Dh4, der den Vorteil für Schwarz behauptet hätte. Aber sehen wir selbst:

22. … De4-h4
23. Dc5xc7 Lf5xe6!
Eine entschlossene und starke Antwort auf die Mattdrohung Dd7#
Alle anderen Züge führen zu weißem Vorteil, z.B. 23. … Td8 24. Td1 Sd5 (24. … Df6 25. La5 ein interessanter Themenwechsel 25. … b6 26. Lc3± Der Bauer e6 bleibt Tabu, obwohl der Springer nicht sofort nehmen darf wegen des drohenden Matts durch Txd1#) 25. e7± Dank der Gabelung der beiden Türme.

24. Sd4xe6 Dh4xc4
Die Mattdrohung auf e7 ist damit endlich passé.

25. Se6xf8
Auch auf 25. Dxb7 Tc8 26. Sxf8 Kxf8 27. Dxa7 Dxb5∓ ist es eher Schwarz, der sich über ein Remis freuen müsste.

25. … Ke8xf8∓
Die scharfen Drohungen sind beseitigt. Die Inventur ergibt Materialvorteil für Schwarz.

 


 

Der gesamte Zweikampf ging übrigens 5:1 zu Gunsten Dr. Wolfgang Grünstäudl aus.
Herzlichen Glückwunsch an den Sieger!

Oliver Prestel wird es dabei mit Burletzki gehalten haben …


 

Das Verhalten der Verlierer

Da haben wir, was vielen zur Leitschnur dienen mag, den Bericht von dem Zweikampf des gefürchteten Kaffeehausspielers Burletzki überliefert bekommen, der, es soll im Jahre 1908 gewesen sein, aber die Erinnerung daran will nicht verblassen, mit dem süddeutschen Meister Köhnlein einen Wettkampf auf 6 Gewinnpartien ausmachte. Er ging mit starkem Selbstvertrauen und Ichgefühl in den Kampf, aber die erste Partie gewann Köhnlein. Burletzki: „Ich habe einen dummen Fehler gemacht.“ Die zweite Partie gewann Köhnlein. Burletzki: „Alle Partien kann man nicht gewinnen.“ Die dritte Partie gewann Köhnlein. Burletzki: „Ich bin heute nicht in guter Form.“ Die vierte Partie gewann Köhnlein. Burletzki: „Er spielt nicht schlecht.“ Die fünfte Partie gewann Köhnlein. Burletzki: „Ich habe ihn unterschätzt.“ Die sechste Partie gewann Köhnlein. Burletzki: „Ich glaube, er ist mir ebenbürtig.“

(aus: Beheim-Schwarzbach, Lobrede auf die Besiegten, in Knaur’s Schachbuch; Quelle und weitere Anekdoten unter http://www.koenig-plauen.de/Rubriken/AnekApho/anek.htm)

 

 

 

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